Sicherheitsdienst in Frankfurt beauftragen: Die Checkliste für Unternehmen
Wer in Frankfurt einen Sicherheitsdienst sucht, findet innerhalb von Sekunden Dutzende Anbieter. Die Preise liegen teilweise um die Hälfte auseinander, und auf den ersten Blick sieht jedes Angebot seriös aus. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn etwas passiert: ein Einbruch trotz Nachtwache, ein Vorfall am Einlass, eine Prüfung durch Zoll oder Ordnungsamt. Dann haftet oft der Auftraggeber mit. Diese Checkliste fasst zusammen, was Sie vor der Beauftragung prüfen sollten, und zwar unabhängig davon, ob Sie am Ende mit uns oder mit einem anderen Sicherheitsdienst in Frankfurt arbeiten.
Die zehn Punkte, die jeder Auftraggeber prüfen sollte
Ohne Erlaubnis der zuständigen Behörde darf niemand gewerblich bewachen. Lassen Sie sich die Erlaubnisurkunde zeigen. Sie nennt die Firma, den Inhaber und das Datum. Achten Sie darauf, dass die Firma auf der Urkunde mit der Firma auf dem Angebot übereinstimmt, Subunternehmerketten sind in der Branche verbreitet.
Das Gesetz kennt zwei Stufen: die 40-stündige IHK-Unterrichtung als Mindestvoraussetzung und die IHK-Sachkundeprüfung, die für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, Einlassbereiche, den Schutz vor Ladendieben und Leitungsfunktionen vorgeschrieben ist. Fragen Sie konkret: Welche Qualifikation haben die Personen, die bei mir eingesetzt werden? Ein seriöser Anbieter beantwortet das ohne Ausflüchte. Hintergrund im Artikel § 34a GewO erklärt.
Seit 2019 muss jede Wachperson im bundesweiten Bewacherregister erfasst und von der Behörde auf Zuverlässigkeit geprüft sein, bevor sie eingesetzt wird. Der Anbieter kann Ihnen die Registrierung seiner Mitarbeiter nachweisen. Wer das nicht kann, setzt möglicherweise Personal ein, das gar nicht arbeiten dürfte.
Die Bewachungsverordnung schreibt Mindestdeckungssummen vor: 1 Million Euro für Personenschäden, 250.000 Euro für Sachschäden, 15.000 Euro für das Abhandenkommen bewachter Sachen und 12.500 Euro für Vermögensschäden. Lassen Sie sich die aktuelle Versicherungsbestätigung geben und prüfen Sie, ob die Summen für Ihr Objekt ausreichen. Bei einem Industriestandort oder einem Rechenzentrum sind die gesetzlichen Mindestsummen schnell zu niedrig.
In Hessen gilt für das Sicherheitsgewerbe ein allgemeinverbindlicher Lohntarifvertrag. Ein Stundensatz, der rechnerisch nicht einmal den Tariflohn plus Sozialabgaben und Zuschläge deckt, ist ein Hinweis auf Schwarzarbeit oder Scheinselbstständigkeit. Als Auftraggeber haften Sie nach dem Mindestlohngesetz unter Umständen für nicht gezahlte Löhne der Subunternehmer. Richtwerte für seriöse Angebote finden Sie in Was kostet Objektschutz in Frankfurt?.
Fragen Sie, ob die Wachpersonen beim Anbieter angestellt sind oder von Subunternehmern kommen. Beides kann funktionieren, aber Sie sollten es wissen: Bei Subunternehmern müssen die Punkte 1 bis 5 für jedes Glied der Kette gelten, und die Verantwortung wird mit jeder Stufe diffuser.
Bevor die erste Schicht beginnt, sollte ein Konzept vorliegen: Ziel der Bewachung, Gefährdungsanalyse, Personalstärke und Qualifikation, Dienstzeiten, Rundgänge, Meldewege, Verhalten bei Vorfällen, Schnittstellen zu Polizei und Feuerwehr, Berichtswesen. Ein Anbieter, der ohne Begehung ein Angebot schickt, hat Ihr Objekt nicht verstanden.
Wen erreichen Sie nachts um drei, wenn die Wachperson nicht erscheint oder ein Alarm ausgelöst wird? Ein Callcenter ohne Entscheidungsbefugnis ist keine Antwort. Verlangen Sie eine Einsatzleitung mit Durchwahl und eine verbindliche Aussage, in welcher Zeit Ersatzpersonal in Frankfurt vor Ort ist.
Ein Sicherheitsdienst, der die Messe Frankfurt, das Bankenviertel oder den Industriepark Höchst kennt, plant anders als einer, der zum ersten Mal in der Stadt arbeitet. Fragen Sie nach vergleichbaren Objekten und sprechen Sie mit den Referenzkunden.
Das Angebot sollte Stundensatz, Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag, Anfahrt, Ausrüstung, Mindestabnahme, Kündigungsfristen und Preisgleitklauseln offen ausweisen. Pauschalen ohne Aufschlüsselung sind bequem, aber unvergleichbar.
Drei Warnsignale, bei denen Sie abbrechen sollten
- Stundensätze unter 18 Euro für qualifiziertes Personal: mathematisch nur mit Tarifverstoß oder Schwarzarbeit möglich.
- Kein Nachweis auf Nachfrage: Wer Erlaubnis, Versicherung oder Bewacherregister-Einträge nicht innerhalb eines Werktags vorlegen kann, hat sie in der Regel nicht.
- Angebot ohne Begehung: Ein Preis, der ohne Kenntnis von Zugängen, Beleuchtung, Technik und Umfeld kalkuliert wurde, ist geraten.
Was Frankfurt besonders macht
Die Stadt hat Anforderungen, die es so kaum anderswo in Deutschland gibt. Banken und Finanzdienstleister erwarten Verschwiegenheitserklärungen und lückenlose Führungszeugnisse. Die Messe arbeitet mit engen Zeitfenstern für Auf- und Abbau, in denen Dutzende Aussteller gleichzeitig Personal brauchen. Im Industriepark Höchst gelten Gefahrstoff- und Notfallregeln, für die das Personal unterwiesen sein muss. Im Flughafenumfeld sind Zuverlässigkeitsüberprüfungen nach Luftsicherheitsgesetz Thema. Und in der Innenstadt, in Sachsenhausen und im Bahnhofsviertel geht es um Deeskalation und Präsenz in einem dichten, internationalen Umfeld.
Ein Sicherheitsdienst, der diese Unterschiede kennt, stellt Ihnen die richtigen Fragen, bevor er ein Angebot schreibt. Genau daran erkennen Sie ihn.
Checkliste zum Mitnehmen
- Erlaubnisurkunde § 34a GewO gesehen, Firma stimmt mit Angebot überein
- Qualifikation je Einsatzkraft benannt (Unterrichtung / Sachkundeprüfung)
- Bewacherregister-Nachweis für alle eingesetzten Personen
- Versicherungsbestätigung mit ausreichenden Deckungssummen
- Stundensatz deckt Tariflohn, Sozialabgaben und Zuschläge
- Klarheit über eigenes Personal vs. Subunternehmer
- Schriftliches Sicherheitskonzept nach Begehung
- Einsatzleitung 24/7 mit Durchwahl und Reaktionszeit
- Referenzen aus Frankfurt und Ihrer Branche
- Angebot vollständig aufgeschlüsselt